Stellungnahme zum Unvereinbarkeitsbeschluss der „Alevi Akademisi – AA“

Stellungnahme-AA (Als PDF downloaden)

Bundesdelegiertenkonferenz des BDAS am 23.05./24.05.2015 in Mannheim

Die „Alevi Akademisi“, die ursprünglich, als ein Projekt der Alevitischen Gemeinde Deutschland
e.V. (AABF) gegründet wurde, machte sich mit der Zeit selbstständig und hat heute nichts mehr mit
unserem Verständnis einer pluralistischen und alevitischen Bewegung in Deutschland gemeinsam,
zu der Wir Uns als eines von drei Hauptverbänden der Alevit_innen zugehörig fühlen. Daher haben
Wir es als Studierendenverband begrüßt, dass sich die Verbände AABF und BDAJ bereits eindeutig
von dieser Vereinigung distanziert und „Unvereinbarkeitsbeschlüsse“ gefasst haben.
Auch die Delegiert_innen der Hochschulgruppen des Bund der Alevitischen Studierenden in
Deutschland (BDAS) stimmten auf der letzten ordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz am
23.05.2015 in Mannheim für die Unvereinbarkeit mit der „Alevi Akademisi“.
Die Gründe sind hierbei vielfältig. Die Alevi Akademisi gibt vor, lediglich Bildungsarbeit zum
Thema Alevitentum zu leisten. Diese Fassade kann jedoch nicht mehr aufrechterhalten werden.
In Ihrer Führungsriege besteht die Alevi Akadamisi ausschließlich aus Personen, die mit den
demokratischen Entscheidungen innerhalb der AABF nicht einverstanden waren und versuchen eine
Spaltung der Alevitischen Bewegung zu erreichen.
Während AABF, BDAJ und BDAS die Zusammenarbeit mit Vereinigungen, die die Alevit_innen
assimilieren wollen kategorisch ablehnen, vertritt die Alevi Akademisi dabei die Linie der
„Islamisch-Alevitischen Gemeinde in Österreich“, über die auch gemeinsame Auftritte mit
Vertretern der ultranationalistischen C.E.M. Vakfı organisiert wurden. Auch den nachfolgenden
Besuch des türkischen Vize-Premiers Bozdağ, feierte die Alevi Akademisi in ihrer Zeitschrift
„ALEVI“ als Erfolg.
In der Satzung des BDAS heißt es in §2(1): „Die Vereinigung BDAS setzt sich vor dem
Hintergrund alevitischer Werte für eine säkulare, zeitgenössische, humanistische, solidarische,
umweltfreundliche und demokratische Gesellschaft ein.“
In den Jugendseminaren vermittelt die Alevi Akademisi jedoch ein archaisches Verständnis des
Alevitentums, die Unserem modernen und pluralistischen Verständnis entgegenspricht. Vielfach
sind Jugendliche aus dem Umfeld dieser Seminare in sozialen Netzwerken durch homophobe und
menschenverachtende Aussagen aufgefallen. Zudem steht diese – unserer Beobachtung nach – in
Verdacht unmittelbar mit der Facebook Seite „Alevi Fakten“ zusammenzuarbeiten. Auf dieser
Plattform wurden mehrfach Menschen aus der Umgebung Unserer Verbände beleidigt und
diffamiert. Die öffentlichen Angriffe auf eine Unserer Anas, die sich positiv zum Thema
Homosexualität äußerte, sind ein Beispiel dieser Vorfälle.
Wir, der Bund der Alevitischen Studierenden in Deutschland lehnen jegliche Art der Kooperation
und der Toleranz gegenüber der Alevi Akademisi strikt ab und bekräftigen den
Unvereinbarkeitsbeschluss durch diese Stellungnahme.
Der Bund der Alevitischen Studierenden in Deutschland

Stand: Juni 2015

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