Wir verurteilen das Massaker von Latakia

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt schon seit über zwei Jahren und hat den Tod von ca. 100.000 Menschen zu verschulden. Hierbei sind besonders die Lage der Minderheiten, also der Alawiten, Christen, Drusen und Kurden, kritisch. Die Dschihadisten und „Rebellen“, welche gegen das syrische Regime unter Bashar al-Assad kämpfen, sehen diese Minderheiten in ihrer Zielscheibe.

Laut der Menschenrechtsorganisation „Human Rights“ erübrigte sich in der syrischen Küstenstadt Latakia, wo überwiegend Christen und Alawiten leben, ein Massaker an Alawiten. In dem Massaker von Latakia wurden bis zu 200 Menschen ermordet. Unter den Opfern befanden sich besonders Frauen und Kinder und auch jetzt befinden sich 200 alawitische Frauen und Kinder unter der Geiselhaft von syrischen „Rebellen“. Der Hass der Dschihadisten gegenüber den Alawiten leitet sich besonders aus deren heterodoxen Religionsansichten her: ein Beispiel hierfür wäre die Entführung und Ermordung eines alawitischen Geistlichen im vergangenen Sommer.

In der Stadt Maalula, die 50 km nördlich von Damaskus liegt, lebt die älteste christliche Gemeinde der Welt, in der noch das Westaramäische, nämlich die Sprache Jesu, gesprochen wird. Auch die Christen von Maalula scheinen in Gefahr zu sein, denn durch die Eroberung der „Rebellen“ im vergangen Monat sind viele aus der Stadt geflohen. Bei der Eroberung der Stadt wurden historische Bauten, wie z.B. Kirchen und Kloster, zerstört. Die Angst der christlichen Minderheiten gegenüber den „Rebellen“, unter denen sich auch internationale Dschihadisten befinden, ist verständlich, denn diese haben sich im Verlauf des syrischen Bürgerkrieges durch Übergriffe gegen Christen, Alawiten, Kurden in Rojava und anderen Minderheiten einen schlechten Namen gemacht.

Außerdem ist es sehr fraglich, wie Salim Idris, der Generalstabchef des obersten Militärrats der sogenannten „Freien Syrischen Armee“, einerseits das Massaker von Latakia loben und gleichzeitig einer der wichtigsten Ansprechpartner für den Westen sein kann.

Hiermit verurteilt der Bund der Alevitischen Studierenden in Deutschland (BDAS) das Massaker von Latakia und fordert das Ende von Gewalt und Zerstörung in Syrien.

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